Friedenslicht

Bericht aus der PNP v. 19.12.2020

Friedenslicht soll das ganze Jahr über leuchten

Breitenberger begründen im 29. Jahr eine neue Tradition – Übergabe heuer wie in der Anfangszeit

Breitenberg/Neuhaus am Inn. Vor 29 Jahren hat die Feuerwehr Breitenberg zum ersten Mal das Friedenslicht aus Bethlehem von den österreichischen Kameraden aus Aigen in den Landkreis Passau geholt und damit eine Tradition begründet. Damals fand das im ganz kleinen Rahmen statt: Die Flamme wurde direkt am Grenzübergang von drent nach herent herübergereicht. Heuer wird es wieder genau so sein wie in der Anfangszeit.

Am Vormittag des Heiligen Abends wird die kleine Gemeinde Breitenberg alle Jahre wieder zu einer Art Außenstelle von Bethlehem. Feuerwehrleute aus Oberösterreich überbringen das Friedenslicht in der Breitenberger Kirche St.Raymund ihren bayerischen Kameraden aus den Landkreisen Passau, Regen und Freyung-Grafenau. Dazu geben sich Bürgermeister, Bezirkshauptleute und Landräte ein Stelldichein. Der Breitenberger Pfarrer Wolfgang Hann verteilt das Licht an die Bürger, die es mit Laternen heimtragen. Es wird ein Wortgottesdienst gefeiert. Es werden Ansprachen gehalten. Die Blaskapelle spielt dazu.

So hätte es auch heuer werden sollen. Und mehr noch: Im 29.Jahr dieses symbolträchtigen Treffens sollte eine neue Tradition begründet werden. Auf Anregung von Pfarrer Wolfgang Hann soll das Friedenslicht nicht nur in der Weihnachtszeit in der Kirche St.Raymund leuchten, sondern künftig das ganze Jahr über. Der Mesner kümmert sich darum. dass es übers Jahr nie verlischt.
 

Die Feuerwehr Breitenberg habe bei Bildhauer Toni Menacher aus Altreichenau eine Art Laterne anfertigen lassen, erzählt Kreisbrandrat Josef Ascher. Diese wird an einer Säule im Gotteshaus angebracht, zusammen mit zwei Tafeln. Auf denen wird die Geschichte erzählt, wie das Friedenslicht aus Bethlehem einst nach Breitenberg kam.

"Wir wollten das eigentlich groß einweihen, aber...", sagt Josef Ascher, selbst ein Breitenberger. Er koordiniert die Übergabe des Friedenslichtes auf Kreisebene, also für Breitenberg und Neuhaus am Inn. Dort bringen die Schärdinger Kameraden das Licht über den Grenzfluss.

Noch steht der genaue Ablauf nicht hundertprozentig fest, aber die Planung für Breitenberg sieht folgendermaßen aus: Gegen 10 Uhr am Vormittag des Heiligen Abends geben die Feuerwehrler aus Österreich das Licht, das im Flugzeug von Bethlehem nach Wien transportiert und dann im Land verteilt wurde, an die Breitenberger weiter. Das geschieht direkt am Grenzübergang.

 

Die Mitglieder der Feuerwehr Breitenberg entzünden mit der Friedensflamme im Anschluss die Kerzen auf dem großen Adventskranz, der vorm Eingangsportal der Kirche St.Raymund steht. Dort wiederum können sich die Vertreter der einzelnen Feuerwehren – je Verein dürfen wegen Corona maximal zwei Vertreter anreisen – das Licht "abholen".

In der Kirche soll nur eine kurze Andacht stattfinden mit einer kleinen Delegation. Landrat Raimund Kneidinger hat sein Kommen zugesagt. Die Altlandräte Hanns Dorfner und Franz Meyer werden heuer nicht anwesend sein, die Politvertreter aus dem Bezirk Rohrbach dürfen ohnehin nicht über die Grenze.

Anstelle einer gemeinsamen Feier ist angedacht, dass die Vertreter der Feuerwehren die neue Ganzjahres-Friedenslichtlaterne in der Kirche gewissermaßen im Vorbeigehen anschauen können: Mit Abstand beim Hauptportal hinein in die Kirche und zum Seiteneingang wieder hinaus.

Ob alles so ablaufen kann oder doch noch geändert werden muss, das werde am Montagvormittag entschieden, sagt Josef Ascher. Unabhängig davon hat er aber schon jetzt eine große Bitte an alle Menschen, die sich das Friedenslicht nach Hause holen wollen: Sie mögen bitte nicht schon am Vormittag zur Breitenberger Kirche kommen, sondern erst anschließend. Es gelte, große Menschenansammlungen zu vermeiden.

 

Carola Brunner

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